„Haben wir nicht alle einen Vater?“

Die Ökumenische Woche 2026 in Wetzlar brachte zahlreiche Menschen aus verschiedenen Gemeinden und Konfessionen zusammen. Mit Gottesdiensten, Begegnungen und Gesprächsabenden setzte die Woche ein sichtbares Zeichen für christliche Gemeinschaft und gegenseitiges Verständnis.

Bereits vom 15. bis 23. Mai wurde täglich im Dom zum ökumenischen Friedensgebet „Es ist fünf vor 12“ eingeladen. Viele Menschen nutzten die kurzen Mittagsgebete, um gemeinsam für Frieden und Hoffnung einzutreten.

Der „Abend der Begegnung“ am Freitag hinter dem Wetzlarer Dom bot in entspannter Atmosphäre Gelegenheit zu Gesprächen und persönlichen Begegnungen. Der offene Austausch zwischen Gemeindemitgliedern machte den ökumenischen Gedanken unmittelbar erlebbar.

Beim historischen Stadtrundgang „Auf den Spuren der Pietisten“ führte Stadtarchivarin Dr. Sabine Schneider durch die Geschichte des Pietismus in Wetzlar. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in das Wirken des Pfarrers Egidius Günther Hellmund und die religiösen Konflikte seiner Zeit.

Ein Höhepunkt der Woche war der ökumenische Open-Air-Gottesdienst am Pfingstmontag auf dem Domplatz. Bei hohen Temperaturen waren alle Schattenplätze besetzt. Im Anschluss luden ein gemeinsames Picknick, die Ausstellung „12 Zeichen des Glaubens“ sowie ein Konzert von „Heavens Voices“ zu weiteren Begegnungen ein.

Zum interreligiösen Begegnungsabend in der Ahmadiyya-Moschee kamen Vertreter verschiedener Religionen miteinander ins Gespräch. Der Abend setzte ein wichtiges Zeichen für gegenseitigen Respekt und Verständigung zwischen den Glaubensgemeinschaften.

Ein Podiumsgespräch im Tafelladen der Wetzlarer Tafel beschäftigte sich mit der Frage, wie Kirchen und Gemeinden heute verantwortungsvoll mit finanziellen Mitteln umgehen. Dabei wurden unterschiedliche Modelle kirchlicher Finanzierung vorgestellt und diskutiert.

Den musikalischen Abschluss bildete das Konzert „Konfessionsübergreifende Musik“ im Wetzlarer Dom. Die Evangelische Kantorei, der katholische Domchor und eine Band präsentierten Lieder und Stücke quer durch die Konfessionen und Traditionen. Das gemeinsame Singen und Musizieren machten die verbindende Kraft der Ökumene auf eindrucksvolle Weise hörbar und spürbar.

Fotos: Martin Fischer, Tamara Platz; Text: Martin Fischer, Michael Dörr