Das geistliche Wort

Jahreslosung 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!                 Lukas 6, 36

Je länger die Krise und die damit verbundenen Einschränkungen andauern, desto mehr Vergleiche aus vergangenen Zeiten tauchen auf: die Spanische Grippe, 100 Jahre her, Bilder, die heutigen ähneln: volle Krankenhäuser, Männer und Frauen mit Mund-Nase-Bedeckung, dann, weiter zurückliegend: die großen Seuchen, allen voran die Pest des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Und, fast automatisch, die Frage: warum?

Warum passiert uns das? Schuldige finden sich leicht, finden sich immer, der Blick geht in den Fernen Osten, aber im Laufe des Jahres fanden sich viele, auf die mit dem Finger gezeigt oder die in den sogenannten sozialen Medien angeklagt wurden:

Die einen haben alles zu spät erkannt, andere zu spät reagiert, wieder andere zu wenig getan, sich nicht an nötige Vorschriftsmaßnahmen gehalten. Das hilft niemandem, der infiziert war oder ist.

Was mich nachdenklich, ja, traurig macht: vergangene Jahrhunderte klagten Gott ihre Not, klagten ihn auch selbst an, wussten aber auch um ihre eigene Schuld, um ihren eigenen Leichtsinn, auf was sie alles hereinfielen, gutgläubig oder eben unvorsichtig. Was wären wir, wenn uns nicht vergeben würde – und was wären die anderen, wenn wir ihnen nicht vergäben? Vom barmherzigen Gott redet die Jahreslosung für 2021. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Barmherzig. Der neigt sein Herz zu uns. Sein Herz. In dem alles steckt (wir kennen das), was uns an dem oder der anderen liegt. Gottes Barmherzigkeit zeigt sich in Jesus Christus, seinem Leiden, Sterben, Tod und Leben. Darum haben wir Hoffnung.

Eine gesegnete, barmherzige Zeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Siegfried Meier