„Oh komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein“. Diese musikalische Bitte stand am Beginn beim Fest des Glaubens am Pfingstmontag, einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst auf dem Wetzlarer Domplatz. 150 Besucher aus Kirchen und Freikirche feierten gemeinsam das Pfingstfest.
Wie der evangelische Pfarrer Björn Heymer erläuterte, wurde der Gottesdienst vom ökumenischen Arbeitskreis (ACK) vorbereitet. An der Durchführung waren Christen der evangelischen und katholischen Gemeinde, der altkatholischen, der neuapostolischen Gemeinden sowie der Anskar-Kirche beteiligt.
Der ehemalige Langgönser Pfarrer Hartmut Völkner und Pfarrerin Christine Heymer sprachen in einer Dialogpredigt über die Dreieinigkeit Gottes. Dabei legten sie den Schwerpunkt auf Gott als Vater. Gott als Vater, so Pfarrer Völkner, werde im Alten Testament 21x erwähnt, im Neuen Testament aber 250x. Die Menschen hätten unterschiedliche Vaterbilder. Manche verbänden das Vaterbild mit ihren eigenen Erfahrungen mit ihrem leiblichen Vater. „Ein Vater ist Schutz und setzt Grenzen“, sagt Pfarrer Völkner. „Heute würde ich eher himmlische Elternschaft sagen“, äußerte der Pfarrer im Ruhestand. Christine Heymer erzählte, dass sie in der Beratung von Menschen immer wieder von schlimmen Vater-Erfahrungen höre. Dass Gott in der Bibel als Vater vorgestellt werde, hänge mit dem damaligen Gesellschaftsbild zusammen. Der Vater war der Starke, der Bestimmer. Als junge Theologin hätte sie nie von Gott als weibliche Person gesprochen. Heute könne sie leichter Gott mit mütterlichen Attributen vergleichen. Es bestehe die Möglichkeit, das innere Vaterbild zu heilen.
Für die musikalische Begleitung sorgte der Bläserkreis Wetzlar unter Leitung von Dietrich Bräutigam sowie ein Duo mit Pastor Johannes Euhus (Gesang und Bass) und Stefan Dornbusch (Gitarre).
Im Anschluss waren die Besucher zum Picknick auf dem Domplatz eingeladen. Zudem wurde im Dom die Ausstellung „12 Zeichen des Glaubens“ eröffnet, die Fotos aus dem Dom zeigt, etwa den Altar oder das Abendmahlsgerät.
Der katholische Pfarrer Peter Hofacker hielt eine Schlussandacht. Doch danach war noch nicht Schluss. Am späten Nachmittag gab der Jugendchor „Heavens Voices“ unter der Leitung von Jochen Stankewitz ein Konzert im Dom.
Text und Bilder: Lothar Rühl