Pauline Linke arbeitet in deutscher christlicher Schule in Chiang Mai

Sie hat gerade das Abitur geschrieben, ist 19 Jahre jung und will hinaus in die Welt. Die Rede ist von der Wetzlarerin Pauline Linke. Ziel für ein Jahr ist Thailand. Und das nicht zum Ausspannen, sondern zu einem Einsatz für Kinder. Sie wird Ende Juli nach Chiang Mai im Norden des Königreichs in Südostasien aufbrechen und dort die Mitarbeiter an der Deutschen Christlichen Schule unterstützen.

Wie ist sie auf diese Einrichtung gekommen? „In der Kreuzkirche habe ich mich mit Armin Janfrüchte unterhalten“, erzählt Pauline. Der 69-Jährige berichtete, dass zwei seiner Kinder in Chiang Mai im Einsatz waren. Auch die Wetzlarerin Lydia Weide war dort an der Schule, die von der Marburger Mission betrieben wird.

Pauline hörte den Schilderungen von Armin Janfrüchte interessiert zu und meldete sich in Marburg. Schon nach einer halben Stunde hat sich Johannes Abrell, der in Marburg für die Kurzzeiteinsätze zuständig ist, bei ihr gemeldet und vereinbarte mit ihr ein Vorstellungsgespräch. Noch weiß Pauline nicht, ob sie im Kindergarten oder in der Schule der Einrichtung eingesetzt wird. 300 Mädchen und Jungen vom Kindergarten bis zum Abitur besuchen die Schule. Die Wetzlarerin wird Lehrer und Erzieher unterstützen. Das passt gut zu ihrem Berufsziel, will sie doch im kommenden Jahr für das Lehramt studieren. Dann könne sie probieren, wie es in der Schule ist, ohne Schüler zu sein.

„Bisher hatte das Abitur Vorrang“, erläutert sie. Ein Einführungsseminar bereitet sie auf die zwölf Monate im Ausland vor. Zudem liest sie Reiseführer und informiert sich im Internet. So weiß Pauline bereits, dass es in der 130.000 Einwohner-Stadt etwa 35 Grad warm ist bei 80-prozentiger Luftfeuchtigkeit.

Die frisch gebackene Abiturientin freut sich, dass sie in Chiang Mai Kindern vom christlichen Glauben erzählen kann. Bei ihr selbst hat der Glaube beim Besuch des Kindergottesdienstes in der Gnadenkirche begonnen. Die damalige Jugendreferentin Ulrike Würth begleitete sie dann auch im Konfirmandenunterricht. 2019 hat sie als Konfirmandin begonnen im Kindergottesdienst mitzuhelfen.

Weil es an der Kreuzkirche ein Musikteam gibt, ist sie dort im Lobpreisteam aktiv geworden, das regelmäßig in Gottesdiensten auftritt. Sie singt auch im Jugendchor Heavens Voices und im Chor „Gospel+“ von Jochen Stankewitz mit. Zudem ist sie Mitglied im Jugendausschuss der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar, im Bezirksausschuss der Kreuzkirche und auch im Öffentlichkeitsausschuss der Kirchengemeinde. Pauline Linke kümmert sich um die Social-Media-Auftritte der Gemeinde auf Instagram und Facebook.

Ihre Gedanken gehen bereits nach Thailand. „Ich werde in einer 5er oder 6er WG wohnen, denn noch weitere zehn Helfer sind an der Schule im Einsatz“. Zudem hat sie 19-Jährige in den zwölf Monate 26 Tage Urlaub. Dann will sie viel reisen und Ausflüge machen, das Land und seine Leute kennenlernen. „In der thailändisch-deutschen Gemeinde kann mich auch einbringen, entweder im Lobpreisteam oder in der Technik“.

Am 30. Juli geht es in den Flieger. „13 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Bangkok“, hat sie bereits herausgefunden. Ihre Eltern übernehmen die Kosten. Für ihren Aufenthalt müssen monatlich 300 Euro zusammenkommen. In der Kirchengemeinde haben sich bereits erste Spender gefunden, die ihren Einsatz finanziell unterstützen wollen.

„In Thailand fahren nicht so viele Autos. Die Leute bewegen sich mit dem Moped. Zu Fuß geht da keiner, denn man wird von Straßenhunden angefallen“, erzählt sie. Außerdem wird sie mit Ameisen, Geckos und Kakerlaken zu tun bekommen.

Noch stehen aber in Deutschland einige Termine an. So braucht sie jede Menge Schutzimpfungen gegen Tollwut, Hepatitis A und B, Japanische, Encephatitis, Tetanus und Diphtherie. Auch das Visum für Thailand ist noch nicht beantragt.

Am Sonntag, 12. Juli, um 11 Uhr gibt es einen Aussendungsgottesdienst mit Mittagessen in der Kreuzkirche. Aus Thailand will Pauline regelmäßig Informationen schicken. Ihr Rundbrief kann unter der Mailadresse paulinelinke@gmx.net angefordert werden.

Bericht und Fotos: Lothar Rühl