Kirchenmusikdirektor a. D. Joachim Eichhorn feiert mit 150 Gästen
Eigentlich war es nur der Neujahrsempfang des Fördervereins Untere Stadtkirche. Doch es wurde mehr, die Geburtstagsfeier von Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn, der mit 150 Gästen seinen 80. Geburtstag feierte. Für die Stadt Wetzlar gratulierte der ehrenamtliche Stadtrat Frank J. Kontz (FWG) dem Jubilar. „Über Jahrzehnte haben Sie als Kantor und Organist am Wetzlarer Dom das geistliche und kulturelle Leben der Stadt geprägt und Generationen von Menschen mit Ihrer Musik berührt“, sagte Kontz. Wetzlar verdanke ihm nicht nur zahlreiche Gottesdienste und Konzerte, sondern auch Impulse, die das kulturelle Profil der Stadt nachhaltig geschärft hätten. „Wetzlar und sein Eichhorn, das hat was. Das passt“, lobte der Stadtrat.
Der Neujahrsempfang begann mit einem Konzert, zu dem Eichhorn den Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stefan Viegelahn (Frankfurt), eingeladen hatte. Erst wenige Minuten vor dem Beginn der Veranstaltung sei er überrascht worden, weil nicht nur Viegelahn an der Orgel musizierte, sondern auch drei seiner Kinder mitwirkten. Astrid Eichhorn-Müller spielte Blockflöte und Violoncello, Iris Teufel auf der Blockflöte und Sohn Markus Eichhorn war an der Posaune zu hören.
In dem einstündigen Konzert waren klassische Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Medelssohn Bartholdy zu hören, aber auch von anderen Komponisten wie Georg Böhm oder Camille Saint-Saëns. Auch ein zeitgenössisches Stück von John S. Dixon mit dem Titel Prière (zu deutsch Gebet) hat Viegelahn auf der Ahrend-Orgel vorgestellt.
Sie alle spielten zu Ehren von Eichhorn. In Leeste bei Bremen geboren, studierte er Kirchenmusik in Frankfurt und hatte seine erste Kirchenmusikerstelle von 1967 bis 1971 in Sulzbach im Taunus. Als Organist und Assistent des Kirchenmusikers und Dirigentin Helmuth Rilling wirkte er von 1972 bis 1978 an der Wald- und Gedächtniskirche in Stuttgart.
Sein Amt als A-Kantor und Organist übte Eichhorn von 1979 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2011 in der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar vor allem am Dom aus. Unter seiner Leitung fanden zahlreiche Orgelkonzerte, Aufführungen von Oratorien und A-capella-Konzerte statt. Zudem initiierte Eichhorn eine Partnerschaft zwischen der Wetzlarer Kantorei und dem Jugendchor in Witebsk in Weißrussland.
Dass Eichhorn in Wetzlar geblieben ist, hat auch private Gründe. Er heiratete Ulla Lorenz, die Tochter des einstigen Dompfarrers Ullrich Lorenz (1913 bis 1992). Aus der Ehe sind vier Kinder und zwei Enkelinnen hervorgegangen.Von 1993 bis 2022 erhielt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Frankfurt. 1996 wurde Eichhorn zum Kirchenmusikdirektor ernannt und 2007 für sein kulturelles Wirken mit der Lotte-Plakette , der höchsten kulturellen Auszeichnung der Stadt Wetzlar, ausgezeichnet. Bis 2019 hat Eichhorn die Sommerkonzerte im Kloster Altenberg organisiert. Er gehört mehreren Gremien an, darunter zur Bürgerstiftung und dem Kulturförderring. Er ist Mitglied im Geschichtsverein, der Kulturgemeinschaft und der Goethegesellschaft. 2013 wurde der Förderverein Untere Stadtkirche gegründet, in dem er sich seitdem als Vorsitzender engagiert. Eichhorn wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr das Daches vom Kreuzgang der Kirche saniert werden musste. Die Kosten von 40.733,38 Euro hat der Förderverein getragen.
Text und Fotos: Lothar Rühl