Das geistliche Wort

Gutes tun!

Der Gerechte erkennt die Sache der Armen.      Sprüche 29,7

Wenn in Israel ein Bettler am Straßenrand sitzt, ruft er um Hilfe. Und zwar ruft er Zedakah! – was übersetzt heißt: Gerechtigkeit! Er ruft nicht nach einer milden Gabe, nach Barmherzigkeit. Es gehört offenbar zum Zusammenleben von Menschen dazu – dass es Menschen gibt, die haben mehr, als sie brauchen und sind reich. Und ­Andere, die fragen sich Tag für Tag, wie sie die hungrigen Bäuche füllen und die frierenden Körper warm­halten sollen. Die Armen dieser Welt. So ist es und so war es offenbar schon immer. In den Augen Gottes ist das nicht gerecht, nicht richtig, dass Menschen in materieller Not leben.

Der Gerechte – das ist nun nicht der wohlhabende Gönner, der sich mit milden Gaben ein gutes Gewissen erwirbt. So könnten wir schnell denken – und hätten die Rechnung ohne Gott aufgemacht. Der Gerechte – das ist Gott selbst – und nur Er. Gott sieht die Sache der Armen – das sagt uns dieser Spruch.

Wenn wir also einem Armen helfen, dann handeln wir gerecht. Wir ­erklären für diesen Moment Gott als den Gerechten zu unserem Vorbild und ­Maßstab. Das können und sollen wir tun – so oft es uns möglich ist. Ohne dem Wahn zu verfallen, unsere vermeintlich guten Taten würden uns ­gerecht machen. Das brauchen wir gar nicht zu tun – Gott sei Dank. Er selbst wurde ein Mensch wie wir – und blieb dabei die Gerechtigkeit in Person. Dieser scheinbare Widerspruch löste sich auf, als am Ostermorgen das Grab den Auferweckten, den Gerechten nicht festhalten konnte. Der Gerechte lebt und inspiriert seither ganz normale Menschen, gerecht zu handeln und damit Gott zu erfreuen.

Zu Ostern feiern wir auch die Erweiterung unserer Möglichkeiten, Gutes zu tun. Herzlich willkommen!

Ihr Pfarrer Björn Heymer