Lange hatten sich alle drauf gefreut. Endlich wieder in Gemeinschaft Gottesdienst feiern, wenn auch unter unüblichen Bedingungen. Und so nahmen – wie auch in allen anderen Wetzlarer Kirchen und in manchen Dorfgemeinden – in der Kreuzkirche Gottesdienstbesucher mit Abstand voneinander Platz im Kirchenschiff. 72 wurden wie immer herzlich vom Presbyterium bereits draußen begrüßt, auf ihre Plätze geleitet, ihre Namen zum Kontaktnachweis aufgeschrieben und von Pfarrer Jörg Süß im Gottesdienst als eine Gemeinschaft willkommen geheißen. Gerade zum Sonntag “Kantate” (Singet) fiel es der Gemeinde schwer, ohne Gesang der Liturgie den musikalischen Teil zu feiern. Da half es besonders gut, das Kirchenmusiker Jochen Stankewitz alle Register am Klavier und mit Solo-Gesang begleitend zog, um von fröhlichen Liedern bis zu Mendelssohn-Interpretationen “Kantate” zu entsprechen. Fantasievoll hatte Pfarrer Jörg Süß das Thema aufgegriffen, in dem er aus YouTube-Einspielungen exemplarisch bewies, wie auch unter besonderen Umständen schon in frühchristlicher Zeit bis heute hin zur Gebärdensprache das Lied im Leben der Menschen seinen Platz finden kann.

Eine besondere Freude für die Gottesdienstbesucher war die erste Inaugenscheinnahme des “Garten der Sinne” im Außengelände der Kreuzkirche, eine besondere Projektidee von Pfarrer Süß, unterstützt von 38 Ehrenamtlichen. Hier hat eine Fülle von Ideen eine Umsetzung erfahren und zeigt sich im Kräutergarten biblisch erwähnter Pflanzen, Klein- und Großgewächsen von einnehmendem Duft und den zum Ruhen und von der Lebenshilfe gebauten einladenden Bänken. Der Barfußpfad wurde von Jung und Alt gleich aus probiert und die Anlage als Ganzes mit großer Bewunderung und Respekt als “Unser Garten der Sinne” angenommen.

Bericht und Fotos: Heidi J. Stiewink