„Ohne Jesus geht nix mehr“

Im Wohnzimmer von Johann März hängt neben der Balkontür ein Stück eines Holzstammes. Dieses zirka ein Meter lange Stück bedeutet ihm sehr viel. Denn beim genauen Hinsehen fällt die besondere Maserung auf. Sie sieht aus wie ein gotisches Portal. Und genau in der Mitte hängt mit etwas Fantasie Jesus Christus am Kreuz. „Man kann Jesus im Wald begegnen“, sagt Johann März und meint damit eigentlich, dass er oft bei Spaziergängen betet. Aber in dem Fall hat er den Gekreuzigten ganz wörtlich in diesem Stück Holz auf dem Waldboden entdeckt. Es hat ihn so beeindruckt, dass er es mitnahm, ihm mit Kalk einen anderen Farbton gab und oben drauf ein kleines, rostiges Metallkreuz setzte. Johann März ist Künstler, er liebt es, aus Holz, Metall, aber auch mit Pinsel und Farbe seinen Gedanken über Gott und die Welt Gestalt zu geben. Einige seiner Werke hat er unter anderem schon in der Unteren Stadtkirche ausgestellt.

Johann März hat Jesus vor knapp 30 Jahren kennengelernt. Geboren 1953 in Wetzlar wurde er katholisch getauft und hat auch die Kommunion empfangen. Dann waren ihm Kirche und  Glaube lange Zeit nicht mehr so wichtig, bis ihn 1990 eine schwere Lebenskrise traf. In dieser Zeit fand er den Glauben wieder und stellte fest, dass der ihm Halt und Kraft gibt. „Seitdem geht ohne Jesus nix mehr.“ Johann März hielt sich zunächst zur evangelischen Gemeinde im Dom und wechselte dann in den Bezirk Heilig-Geist. Nach etwa einem Jahr machte er im Bezirksausschuss mit und wurde ins Presbyterium gewählt, dem er bis heute angehört. Johann März ist es wichtig, dass der Glaube etwas mit dem praktischen Leben zu tun hat. Die Bergpredigt ist deshalb einer seiner Lieblingstexte. „Ich versuche, den Glauben mit Jesus im Alltag zu leben“, sagt Johann März. Begegnungen mit anderen Menschen, helfen, zuhören, das ist ihm wichtig. Das hat er auch viele Jahre bei seiner Arbeit im Haus Stephanus der Diakonie in Aßlar getan. Dort leitete er psychisch und seelisch Kranke bei handwerklichen Tätigkeiten an. Jetzt, im Ruhestand, hat er einen Minijob beim Teilhabezentrum der Diakonie Lahn-Dill in Niederbiel.

Dass sein Gottesdienst am Sonntag schon morgens um 9 Uhr ist, findet er gut. Denn dann hat er genügend Zeit, um danach noch auf Flohmärkte zu fahren, das ein oder andere Kleinod zu erstehen oder sich inspirieren zu lassen für ein neues Kunstwerk. Seit längerer Zeit hat er keines mehr gemacht. Aber es kribbelt ihm in den Fingern und Ideen hat er auch schon.

Jonathan Steinert

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