Ein kräftiges Zeichen für junge Leute setzen

Leitbild, Jugendarbeit und Freizeitheim sind Thema bei gemeinsamer Synodaltagung:

Ein Leitbild für den neuen Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill, Rahmenbedingungen für die Konzeption der künftigen kreiskirchlichen Jugendarbeit sowie die Zukunft des Paul-Schneider-Freizeitheims standen auf dem umfangreichen Programm der Synodaltagung der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar in den Bürgerstuben Hüttenberg. Diese Themenschwerpunkte waren im Vorfeld ausführlich, beispielsweise im Rahmen eines Ideentages, eines Pfarrkonventes, in Gemeinden, auf Synoden, einem Presbytertag und auf einer Klausurtagung beider Kreissynodalvorstände bearbeitet und diskutiert worden.

Leitbild

„Wir haben uns die Aufgabe gestellt, dem neuen Kirchenkreis ein Leitbild voranzustellen“, sagte der Wetzlarer Superintendent Jörg Süß. „Fünfzig Gemeinden – ein Herr, der dreieinige Gott. Wir gehören zusammen, weil wir Christus gehören. Deshalb hören wir auf ihn. Deshalb glauben wir an ihn. Deshalb handeln wir nach ihm.“ – So heißt es im Entwurf des Leitbildes für den Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill. Er wurde von den 126 Delegierten aus den Evangelischen Kirchenkreisen Braunfels und Wetzlar ausführlich diskutiert. Entfaltet wird das Ganze in sieben kreiskirchlichen Handlungsfeldern, zu denen beispielsweise Bildung, Diakonie und Seelsorge gehören. Eine stärkere Betonung der Dreieinigkeit Gottes und der Person Jesu sowie die Aufnahme der Begegnung mit anderen Religionen waren Anregungen der Synodalen zum Leitbild.

Presbyterien, Ausschüsse und Arbeitskreise haben nun Gelegenheit, sich weiter mit dem Leitbildtext zu befassen. Er soll nach Möglichkeit auf der konstituierenden Synode im Januar 2019 beschlossen werden.

Kreiskirchliche Jugendarbeit

Wie sieht es dementsprechend mit der kreiskirchlichen Jugendarbeit ab 2019 aus? Klar wurde, dass dieser Arbeitsbereich einen hohen Stellenwert im neuen Kirchenkreis haben soll. „Es geht uns darum, die Jugendlichen in ihrer Lebenssituation wahr- und ernst zu nehmen“, so Roland Rust, Superintendent des Kirchenkreises Braunfels. Damit „ein kräftiges Zeichen für junge Leute“ gesetzt werden kann, wurde beschlossen, die Arbeit mit bis zu zwei hauptamtlich Mitarbeitenden zu besetzen und sie mit einem Fachausschuss für Kinder- und Jugendarbeit zu unterstützen. Dieser soll eine entsprechende Konzeption mit Kostenrahmenplan erstellen. Die Arbeit soll zunächst dezentral erfolgen, mit Dienstsitz in Wetzlar.  Bislang ist die Jugendarbeit des Kirchenkreises Wetzlar im Jugendzentrum K11 in der Wetzlarer Kornblumengasse verortet. Die Veranstaltungen der kreiskirchlichen Jugendarbeit Braunfels finden im Paul-Schneider-Freizeitheim bei Dornholzhausen statt. Konzeptionell soll die Jugendarbeit nun von diesem Haus getrennt werden und „auf Wanderschaft durch die Regionen gehen“, auch um die Arbeit in den Gemeinden zu vernetzen und zu koordinieren. Zu den Aufgaben soll außerdem die Begleitung und Fortbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen gehören, das Angebot von Freizeiten sowie Projekten, Seminaren, Gottesdiensten und Veranstaltungen auf Kirchenkreisebene.

Die Fachausschüsse für Kinder- und Jugendarbeit beider Kirchenkreise hatten je Konzeptentwürfe für die künftige Arbeit entwickelt. Sie enthalten wichtige Impulse für ein umfassendes Bildungsverständnis der Arbeit. Kontrovers diskutiert wurde, ob die Jugendarbeit einen Ort der Heimat und der Identifikation braucht oder ob dies angesichts vieler zur Verfügung stehender Gemeindehäuser als möglicher Veranstaltungsorte nicht nötig ist.

Zukunftsperspektive Paul-Schneider-Freizeitheim

Und wie geht es mit dem seit mehr als 60 Jahren bestehenden Paul-Schneider-Freizeitheim weiter? „Wenn wir das Haus erhalten wollen, muss dies Chefsache sein und ein Ausschuss mit entsprechenden betriebswirtschaftlichen Kompetenzen muss dafür eingesetzt werden“, erklärte Jörg Süß. Beschlossen wurde, einen neuen Paul-Schneider-Freizeitheimausschuss zu installieren, der in den nächsten zwei Jahren eine entsprechende Konzeption für das Haus erarbeiten soll. Die Belegung des Hauses inklusive Abrechnung erfolgt dann im Evangelischen Rentamt statt wie bisher vor Ort.

Die Diskussion um das kreiskirchliche Freizeitheim sei seit langem sehr emotional besetzt, sagte der leitende Theologe und plädierte dafür, die Debatte zu versachlichen. Kostendeckend könne ein solches Haus nicht arbeiten, doch hätte sich der bisherige Ausschuss im Laufe der vergangenen Jahre mit viel Herzblut eingesetzt und sich verdient um das Freizeitheim gemacht.

Zuschussbedarf und Investitionsaufwand, aber auch die Frage nach Möglichkeiten zusätzlicher Eigenleistungen und dem Zukunftspotential des Hauses kamen in der anschließenden Diskussion zum Tragen.

Eröffnet worden war die Synodaltagung mit einer Andacht von Pfarrerin Cornelia Starosta (Braunfels) über Verse aus dem 1. Johannesbrief. „Gott ist Trost in aller Trostlosigkeit, Unsicherheit und Verzweiflung“, betonte sie. Und mit dem Hinweis auf Glaubensverlust und Kirchenkrise: „Glauben heißt für mich, vertrauen zu können.“ Die Seelsorgerin rief dazu auf, Krisenzeiten als Herausforderung anzusehen, die in Hoffnungsbilder verwandelt werden können.

Grüße der rheinischen Kirche hatte Landeskirchenrat Volker König überbracht.

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