Toccata: Pfarrer Dr. Siegfried Meier hat Musikstück mit 1585 Noten geschrieben

Der Wetzlarer Pfarrer Dr. Siegfried Meier hat sich als Komponist betätigt. Am Sonntag, 7. Mai, um 17 Uhr wird seine Toccata in der Unteren Stadtkirche am Schillerplatz von Kantor Dietrich Bräutigum uraufgeführt.
Entstanden ist das Stück bereits vor vier Jahren, erinnert sich Pfarrer Meier. Mit dem Werk wollte er die Sanierung der Unteren Stadtkirche unterstützen. Einige Spender haben nämlich symbolisch von den 1585 Noten einige gekauft, um sich der guten Idee anzuschließen. Das Dach der Unteren Stadtkirche soll für rund eine halbe Million Euro erneuert werden.
Wie kommt ein Pfarrer dazu, ein Musikstück zu schreiben? Meier wurde 1963 in Birkenfeld an der Nahe (Rheinland-Pfalz) in einem Pfarrerhaushalt geboren. „Wir waren ein total musikalischer Haushalt“, schildert der Theologe seine Kindheit. Der Vater spiele Geige, Akkordeon und Klavier. Die Mutter und der Bruder haben Klavier und Orgel betastet. So konnte es nicht ausbleiben, dass Siegfried Meier auch einige Instrumente erlernte. Das fing mit Flöte und Geige an, bis Klavier und Orgel sich dazu gesellten. Schon mit sieben Jahren schrieb er eigene Stücke. Während der Schulzeit und im Studium hat er drei Stellen als Organist begleitet. Im Studium nahm er Prvatstunden. Eineinhalb Jahren orgelte er Sonntag für Sonntag in einer anglikanischen Gemeinde in Nürnberg. Evangelische Theologie studierte er in Main und Erlangen. 2004 promiovierte Meier mit einer exegetischen Arbeit zu den Grundlagen evangelischer Kirchenmusik. Gerne sitzt der Vater von drei Kindern auch auf der Orgelbank. Wenn der Organist ausfällt, wechselt er während des Gottesdienstes schon mal von der Kanzel an die Königin der Instrumente.
Mit der Toccata wollte Meier der Unteren Stadtkirche etwas Gutes tun. Die 1585 Töne hat er nicht von ungefähr ausgewählt. Sie symbolisieren das Jahr 1585, als die Hugenotten Frankreich verließen und als Glaubensflüchtlinge in Wetzlar eine neue Heimat fanden. In der Unteren Stadtkirche trafen sie sich zu ihren Gottesdiensten.

1585 Töne, wiel 1585 die Ankunft der Hugenotten in Wetzlar war, die die US als Gottesdienststätte nutzten. Der Toccata zu Grunde liegt der Psalm 130. Deshalb hat er das Stück „Zu dir von Herzens Grunde“ genannt. Meier hat eine Melodie der Hugenotten als Ausgangpunkt genommen und damit eine Anbindung an die Geschichte der Unteren Stadtkirche geschaffen. Weiterhin lehnte er sich stilistisch an die Werke des französisch-schweizerischen Komponisten Arthur Honegger (1892 bis 1955) an. Ein hugenottischer Choral erklingt in der Mitte des Werkes als vierstimmiger Orgelsatz. Bräutigam wird mehrere Stücke spielen, darunter auch eine Toccata von Johann Sebastian Bach.

Die Besucher des Konzertes im Rahmen der Reihe „Orgelmusik zur Kaffeezeit“ werden nicht nur Musikstücke hören. Sie erfahren auch per Video vom sanierungswürdigen Zustand der Unteren Stadtkirche.

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