Ein Traum von einem Kirchenkreis

Inhaltlicher Auftakt zur Vereinigung von Braunfels und Wetzlar

Die Idee einer Jugendkirche weiterentwickeln und dafür einen konkreten Ort schaffen, alte Kirchengebäude neu nutzen, „Eventhopping“ als Veranstaltungsangebot für mehrere Gemeinden, Presbytertage wiederbeleben, das evangelische Profil deutlich sichtbar machen, die vielfältige Arbeit vor Ort mittels einer gemeinsamen Kommunikationsplattform veröffentlichen, die Seelsorge stärken: Das alles sind Impulse, die bei einer „Ideenwerkstatt“ in der Wetzlarer Kreuzkirche entstanden sind. Anlass war der anstehende Zusammenschluss der Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar zu einem gemeinsamen Kirchenkreis zum 1. Januar 2019. Dabei standen zum Auftakt des Vereinigungsprozesses die Inhalte im Mittelpunkt: „Welche Visionen, welche Träume leiten uns, wenn wir das Profil des neuen Kirchenkreises vor Augen haben?“ Mit dieser Frage haben sich rund 60 Pfarrpersonen, Mitarbeitende und Presbyter aus beiden Kirchenkreisen unter Anleitung von Cornelia vom Stein von der Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung und Superintendent Christian Weyer aus dem Kirchenkreis Saar-West einen Tag lang intensiv beschäftigt. Dabei stand auch die Frage im Raum, was im neuen Kirchenkreis auf keinen Fall passieren darf und welche Hindernisse es auf dem gemeinsamen Weg geben könnte. Hier wurden unter anderem Überlastung und Kirchturmdenken genannt, räumliche Distanzen zwischen den Kirchengemeinden, keine Zeit für Wesentliches, der Abbau von kreiskirchlichen Stellen oder die Strukturarbeit als künftiger Schwerpunkt. Dann machten sich alle an die Arbeit, um aus den bereitgestellten Kisten mit Kreativmaterial fantasievolle Kirchenkreismodelle zu gestalten. So entstanden aus den Visionen der Kirchenmitarbeiter fünf dreidimensionale Traumbilder, die jeweils das Gemeinsame betonten und gleichzeitig die Vielfalt der Arbeitsgebiete und Themenschwerpunkte mit einbezog. Was gab es da alles zu entdecken: Da sollte ein aus Legosteinen gebautes „Mehrgenerationen-Grundstück“ mit verschiedenen Häusern dafür stehen, die unterschiedlichen Gemeinden und Arbeitsbereiche mit je ihren Stärken wahrzunehmen und das Zusammenwachsen zu fördern. Ein anderes Traumbild zeigte mithilfe einer Kordel eine durchlässige Kirchenkreisgrenze, die Raum für Außenstehende und Fremde gibt, während gegenüber eine Rettungsdecke als Zeichen für Kirche als seelsorglichen Schutzraum auf dem Boden lag. In einem dritten Traumbild symbolisierte ein bunt geflochtenes Band einerseits den Zusammenschluss und andererseits die Erkennbarkeit der unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Menschen in der neuen Einheit. „Wie können wir unsere Träume für den neuen Kirchenkreis verankern?“, lautete die nächste Frage. Ein mitten im Raum aufgebautes Kanu mit der Aufschrift „Kirchenkreis An Lahn und Dill“ gab dazu Gelegenheit. „Wir sitzen in einem Boot, sind aufeinander angewiesen und in Christus miteinander verbunden“, betonte der Braunfelser Superintendent Roland Rust, der das Kanu zur Verfügung gestellt hatte. So wurden die auf Zetteln notierten konkreten Ideen an mit Gas gefüllten Luftballons befestigt und am Boot festgebunden bis ein buntes Kunstwerk von Ideen entstand, mit denen das Kirchenschiff auf die Reise gehen kann. „Es war schön, mit vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen und ganz verschiedenen Meinungen zu hören“, resümierte Angelika Schroetter aus Krofdorf in der Abschlussrunde. Und Pfarrer Andreas Hagel aus Erda ergänzte: „Wir sind uns näher gekommen, auch beim gemeinsamen Kaffeetrinken.“

Mit einer Andacht hatte der Wetzlarer Superintendent Jörg Süß den Ideentag eingeleitet.

Das „Haus Gottes an Lahn und Dill“ solle Liebe ausstrahlen und ein Ort sein, wo das Kreuz als Symbol für Gottes Gnade nicht versteckt werde und Außenseiter und Fremde Platz finden könnten, sagte der Theologe.

Text:
Öffentlichkeitsreferat
Evangelische Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar
Uta Barnikol-Lübeck

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