Jörg Süß als neuer Superintendent von Präses Rekowski eingeführt

„Ja, mit Gottes Hilfe!“, antwortete Pfarrer Jörg Süß auf die Frage des rheinischen Präses Manfred Rekowski, ob er bereit sei, das Amt des Superintendenten im Kirchenkreis Wetzlar zu übernehmen. „Ja, mit Gottes Hilfe!“, antwortete ebenfalls die anwesende Gemeinde auf die Frage, ob sie diesen Dienst annehmen und unterstützen wolle. Im Festgottesdienst in der Wetzlarer Kreuzkirche mit mehr als 500 Besuchern assistierten dem Präses bei der Einführung die Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (KSV) Rolf Bastian aus Dutenhofen und Pfarrer Hans-Dieter Dörr aus Braunfels.

Im Anschluss führte der neue Superintendent die Wißmarer Pfarrerin Alexandra Hans als Assessorin (stellvertretende Superintendentin) und Dirk Steinmüller (Atzbach) als stellvertretenden Synodalältesten in ihre Ämter ein. Pfarrer Hans-Dieter Dörr (Braunfels), Rita Broermann-Becker (Wetzlar), Rolf Krieger (Lützellinden), Angelika Schroetter (Krofdorf) und Rainer Strack (Rechtenbach) wurden an ihre Einführung erinnert. Verabschiedet aus Altersgründen wurde Herbert Rinker aus Lützellinden nach acht Jahren im Kreissynodalvorstand.

Mahnung und Zuspruch waren der Predigt zu entnehmen, die Superintendent Süß über das Bibelwort aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 26, Vers 71, hielt, das auch auf dem Grab des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau steht. So ging es um die Mahnung, Flagge zu zeigen, beispielsweise angesichts von rechtspopulistischen oder abfälligen Äußerungen gegenüber sozial Benachteiligten. Gleichzeitig machte der Theologe deutlich, wie schwer ein klares Glaubensbekenntnis fallen kann. So sei es auch dem Petrus ergangen, der auf den Ausspruch einer Frau „Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth“ vehement abstritt, Christus zu kennen. „Was sind das bloß für Leute, die Gott in seinen Dienst nimmt?“, fragte Süß. Die Bibel male keine Heiligenbilder erklärte er, sondern zeige die Menschen Gottes mit ihren Fehlern und Schwächen. Jesus habe Petrus eine zweite Chance gegeben und ihn wieder in den Dienst genommen. So müsse der Satz andersherum gelesen werden: „ Mit diesem war auch der Jesus von Nazareth.“ Das gelte immer, wenn das eigene Bekenntnis kleinlaut werde oder gar zur Verleugnung führe. Und es gelte allen, die an diesem Tag in ein Amt eingeführt wurden.

„Unsere Kirche versteht sich als herrschaftsfreier, aber nicht als leitungsfreier Raum, im Sinne von ‚Christ first’“, so Präses Manfred Rekowski in seiner Ansprache zu These 4 der Barmer Theologischen Erklärung, der Bekenntnisschrift der rheinischen Kirche von 1934. Entscheidend für diese Leitungsaufgabe sei die Kommunikation mit der Wahrnehmung von Menschen und Situationen und damit die Seelsorge. Wichtig sei darüber hinaus, Zusammenhänge verständlich zu machen sowie die Verkündigung durch Hören und Auslegen des Wortes Gottes.

Vertreter der KSV aus beiden Kirchenkreisen und Gemeindemitglieder sprachen den neu eingeführten Männern und Frauen mit Worten aus der Bibel Kraft, Mut und Gottes Segen für ihren Dienst zu. Die Liturgie gestalteten Pfarrerin Alexandra Hans, Angelika Schroetter und Rita Broermann-Becker, die die Begrüßung übernommen hatte. Musikalische Akzente setzten unter Leitung von Jochen Stankewitz der Chor Gospel+, zu dessen harmonischer Klangfülle auch die Stimme des neuen Superintendenten gehört sowie Kreiskantorin Jasmin Neubauer an der Orgel.

Die zahlreichen Grußworte beim anschließenden Empfang nahmen nicht nur das Superintendenentamt humorvoll in den Blick, sondern sagten dem neuen Amtsträger, der sich herzlich bedankte, auch Rückenstärkung sowie den Willen zu guter Zusammenarbeit zu. Amtskollege Roland Rust aus dem Kirchenkreis Braunfels wünschte Jörg Süß, dass in den vielfältigen Herausforderungen der Blick für den Kern nicht verloren gehe und überreichte dazu einen Nussknacker und einen Sack mit Nüssen als Wegzehrung. Gute Zusammenarbeit wünschten sich auch die Mitglieder des Ökumene-Ausschusses um Assessorin Alexandra Hans. Für den Lahn-Dill-Kreis und die Stadt Wetzlar sprach Alt-Oberbürgermeister Wolfram Dette, für die rheinische Kirche Landeskirchenrätin Antje Hieronimus, für die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar Pfarrer Dr. Siegfried Meier und für den KSV Pfarrer Hans-Dieter Dörr, zudem Alt-Superintendentin Ute Kannemann sowie die mit Jörg Süß befreundeten Bertold Becker und Christine Zipp.

Text und Fotos:

Öffentlichkeitsreferat
Evangelische Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar
Uta Barnikol-Lübeck

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